Die Brigittakapelle
 

Jeden 3. Montag in Monat findet eine der hl. Messe, in der Brigittakapelle, ab 19.00 Uhr statt (terminliche Abweichungen möglich). Nach diese Messe kann die Kapelle besichtigt werden. Wir möchten ins besondere darauf hinweisen, das die Kapelle auch zu Besichtigungszwecken, nach vorheriger Terminabsprache, geöffnet wird. Wir bitten um vorherige Anmeldung bei der Internet-Redaktion dieser Seiten. Wir werden dann einen Termin mit Ihnen abstimmen. Auch wurden in dieser Kapelle seit der Renovierung andere Messefeiern und Andachten zelebriert, wie Hochzeiten, Jubiläen, Schützenmessen, Rosenkranzgebete und vieles mehr. Möchten Sie auch eine feierliche Messe oder Andacht an einem historischen Ort abhalten, und sagt Ihnen diese Räumlichkeit zu, bitten wir Sie, sich mit dem Pfarrbüro der Pfarrei Nieukerk in Verbindung zu setzen.

 

Die Geschichte der Brigitta
Die heilige Brigitta wurde im 5. Jahrhundert in Irland geboren. Schon in früher Jugend hatte sie durch das Gelübde der Keuschheit dem Herrn geweiht. Da sie sehr schön war, wurde sie von vielen zur Ehe verlangt. Als aber ihr Gesicht völlig entstellt wurde durch den Verlust eines Auges, bekam sie den Rat, in ein Kloster zu gehen. Als man ihr da den Schleier auflegte, was das verdorbene Auge wieder geheilt.

Brigitta wohnte unter einer großen Eiche. Die Hütte wurde später Kill-Dara, d.h. Zelle der Eiche, genannt. Viele junge Frauen schlossen sich ihr an und Kildare wurde ein großes Kloster. Von hier aus stiftete Brigitta mehrere Klöster. Sie blieb aber eine einfache arbeitsame Frau. Als eines Tages drei Bischöfe mit großem Gefolge unerwartet in Kildare um Unterkunft baten, war nicht genug Essen vorhanden. Brigitta ging in den Stall, um die einzige Kuh zu melken. Drei mal fing sie von neuem an, bis Mich genug vorhanden war.

Als junges Mädchen hatte Brigitta die Milch ihrer Herrin den Armen geschenkt. Als sie mit den anderen Mägden die Butter einliefern mußte, hatte sie nichts. Sie war an der Reihe, die Butter abzugeben und da auf einmal hatte sie mehr als die Anderen! In folge dieser Legende wird Brigitta wohl meistens mit einer Kuh abgebildet (Abb. 2) und daher kommt es auch, das die Bauern um ihre Hilfe flehen, sobald eine Seuche unter dem Hornvieh ausbricht.

 

Abbildung 1
Einer solchen Seuche verdankt die Brigittakapelle in Holthuysen ihre Entstehung. Im 18. Jahrhundert hatte man dreimal eine Viehseuche. Im Jahre 1732 wurden bei Geogius Tricx, "Drucker van Sxnne Syne Keyerlycke en Catholycke Majesteyt" Plakate gedruckt mit "Aenmercking over de Sieckte, die regneert onder de Peerden ende Hoornebeesten, als mede oock onder de Verckens."



In 1745 brach eine zweite Seuche aus, aber die schlimmste war zwischen 1770 und 1775. Weil über dem Portal der Kapelle die Inschrift steht (Abb 1): Structum lue devorante pecus, (erichtet, als die Seuche das Vieh dahinraffte) wissen wir, dass während dieser Seuche die heutige Brigittakapelle erbaut worden ist.

 

Abbildung 2
Es war nicht die erste Kapelle an dieser Stelle. Im Jahre 1122 wurde das erste Kloster des Zisterzienser-Ordens in Deutschland gegründet. Es war das Kloster Camp, das durch die Beförderung der Bodenkultur einen großen Einfluß auf unsere Gegend erhalten hat. Graf Heinrich 1. von Geldern, der von 1131 - 1182 regierte, hatte ein großes Interesse an diesen Mönchen, weil sie ihm halfen, das Land zu kultivieren. Er und seine Gemahlin machten der Abtei Camp große Schenkungen u. a. Güter zu Holthuysen. Es wird auch eine Kapelle erwähnt, die mit allen ihren Einkünften dem Kloster Camp gehörte. Heinrich und seine Frau wurden in der Klosterkirche zu Camp gegraben.

Die Holthuysener Güter des Klosters waren noch mit Abgaben belastet. Graf Otto 1. befreite sie davon. Im Jahre 1213 bestätigte Papst Innocenz 3. Am 18. November dem Kloster all seine Besitztümer, auch die zu Holthuysen. In einer Urkunde von 1230 wird die Kapelle zu Holthuysen wieder genannt.

 

Abbildung 3
In unserer Gegend gab es Zeiten, da jahrzehntelang die Kriegsgewalt tobte: die Streitigkeiten zwischen den Herzögen Arnold und Adolf von Geldern, die burgundischen Kriege und die vielen Züge des Herzogs Karl von Egmond. Aber am schlimmsten waren die Kriege der Holländer gegen die Spanier, als während der Herrschaft der Holländer über Geldern (von 1578 - 1587) besonders Klöster und Kirchen zerstört wurden. Wahrscheinlich ist auch die Holthuysener Kapelle damals verschwunden. Ein Heiligenhäuschen bewahrte die Erinnerung, denn die Bevölkerung war zu arm, eine neue Kapelle zu erbauen. Erst hundert Jahre später, im Jahre 1687 baute man eine Kapelle, die das alte Heiligenhäuschen umgab. Noch heute steht hinter dem Altar das Häuschen, in der Nische eine alte Figur der Mutter Gottes (Abb. 3).

Während der großen Viehseuche im Jahre 1775 wurde, die im Laufe von hundert Jahren baufällig gewordene Kapelle, von der schönen jetzigen Kapelle ersetzt. Am 8. Juli 1776 wurde sie eingeweiht und von da an sollte jeden Dienstag und Freitag dort eine hl. Messe gefeiert werden. Der Altar (Abb. 4) ist wohl im Jahre 1778 errichtet worden: in dem Gebetbuch der Muttergottes steht die Jahreszahl 1778. Der Altarstein mit der Reliquie des hl. Kreuzes trägt das Siegel des Joannes Antonius de Robiana, der von 1746 - 1769 der 11. Bischof von Roermond war.

 

Abbildung 4
Im Jahre 1930 wurde die Kapelle noch einmal renoviert. Im Jahre 1980, beinahe 850 Jahre nach der ersten Erwähnung der Holthuysener Kapelle, haben die anliegenden Bürger in vereinter Mühe und Arbeit das Erbe ihrer Vorfahren in voller Pracht wieder hergestellt: die Holthuysener Kapelle, zu Ehren der Mutter Gottes und der Klosterstifterin Brigitta von Irland.
 
  


 
 
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